Grußwort

Weihnachten und Ostern sind die großen Christusfeste im Kirchenjahr. Durch ihre Bezogenheit auf Jesus Christus sind sie miteinander verbunden, doch was die Atmosphäre der Feste angeht, könnte der Unterschied nicht größer sein.
Freude, nichts als Freude zu Weihnachten. Mit den Kirchenliedern bringen wir diese Freude zum Ausdruck. Freude darüber, dass Gott in Jesus Christus in unsere Welt kommt, zu seinen Menschen, zu jedem und jeder von uns – und uns nahe ist. Weihnachtsfreude strahlt aus in die Welt: Der Heilige Abend lockt viele Menschen in die Gottesdienste.
Zu Ostern spüren wir auch Freude. Aber sie ist anders: eine Freude, die erwächst aus der Erfahrung des Dunkels; Freude, die durch Verzweiflung und Angst gegangen ist. Freude wie am Ende eines Tunnels: Jesus Christus ist auferstanden. Die Osterfreude hat es schwerer in der Welt als die Weih-nachtsfreude. Ostern sind die Gottesdienste weniger besucht als Weihnachten, weil Ostern nicht ohne Karfreitag zu haben ist und nicht verschweigt, dass Menschen schuldig an Gott werden.
Das Kirchenjahr bewahrt das Wissen um den geheimnisvollen Zusammenhang von Weihnachten und Ostern. Das Evangelium vom 1. Advent ist dasselbe wie das Evangelium am Sonntag Palmarum, dem letzten Sonntag vor Ostern. Das ist einzigartig im Kirchenjahr. Das Evangelium dieser beiden Sonntage ist die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem, am Palmsonntag nach der Überlieferung des Johannes, am 1. Advent nach der Überlieferung des Matthäus. Jesus ist mit seinen Jüngern auf dem Weg nach Jerusalem.

Er betritt die Stadt, in der der Tod auf ihn wartet, nicht zu Fuß, sondern er reitet auf einem Esel, wie der Prophet Sacharja es vorausgesagt hat. So erkennen die Men-schen auf den Straßen, wer da kommt: Der da auf dem Esel reitet, ist der König des Friedens, den Gott gesandt hat. Sie zeigen ihm ihre Achtung, indem sie ihre Kleider wie einen Teppich vor ihm ausbreiten, Palmzweige von den Bäumen abhauen und auf die Straße legen, um ihm den Weg zu bereiten. „Hosianna, dem Sohn Davids!“, schallt es durch die Straßen.
„Macht hoch die Tür“, singen wir und rufen es uns zu. „Er ist gerecht, ein Helfer wert. Sanftmütigkeit ist sein Gefährt.“ Wenn wir in der ersten Adventswoche beginnen, uns auf die Ankunft Jesu Christi vorzubereiten, beginnt die Freude in unseren Herzen zu wachsen. Eine Freude, die aus der Tiefe unserer Herzen aufsteigt, weil Jesus Christus dort Wohnung genommen hat. „Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein“, bitten wir. Es ist eine Freude, die Traurigkeit, Einsamkeit und Enttäuschung nicht einfach wegwischt, sondern da sein lässt. Alles darf im Advent sein, denn das Kind in der Krippe ist der, der durch den Tod ins Leben geht.
Der König des Friedens kommt so in die Welt, wie sie ist. Er kommt zu uns, ob wir jubeln oder weinen, ob wir verzweifelt oder ausgelassen sind. Er zieht mit seiner Gnade in unser Herz ein und bleibt. Heißen wir ihn willkommen!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!
Kommen Sie gut in das neue Jahr!
In Vorfreude auf viele gemeinsame Momente und in herzlicher Verbundenheit,

Ihre Pastorin  Peggy Rotter



                  

Jahreslosung 2019:

Suche Frieden und jage ihm nach!

Psalm 34,15