Grußwort

Liebe Gemeinde,

„Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“ (Sach 9,9b)
Ich singe und summe zum Leidwesen meiner Familie gerne vor mich hin. Besonders liebe ich Weihnachtslieder, und zwar zu jeder Jahreszeit, auch im Hochsommer am Strand. In den letzten Tagen hatte ich den Ohrwurm „Wenn Weihnachten ist“. Leider fehlte es mir hier an Text, und ich habe in einem alten Liederbuch nachgeschaut. So lauten die Worte:
„|Wenn Weihnachten ist, :| Bescheret uns der heil‘ge Christ./ Und da kriegen wir ne Muh,
/ Und da kriegen wir ne Mäh, /Und da kriegen wir / Die allerschönste Täterätätä, / Eine Rute, eine Tute, / Ja da kriegen wir / Die allerschönste Täterätätä.“.
Seitdem mag ich dieses Lied nicht mehr. Klar, ich bin auch mit dem Glauben an ein Christkind großgeworden und lebe in letzter Zeit zähneknirschend damit, dass viele glauben, Weihnachten hätte in erster Linie etwas mit dem Weihnachtsmann zu tun, obwohl dieser doch erst in den Zwanzigern von Coca Cola erdacht wurde. Aber dass Jesus Christus zu einem putzigen Engelchen wird, das bunte Geschenke von Haus zu Haus trägt, wie in diesem Lied, damit kann ich nicht leben. In Wirklichkeit geht es um unendlich viel mehr.

Darum, dass Gott zu uns kommt, um die Welt und die Menschen vor dem Bösen zu retten. Als Menschenkind wird er geboren, weil Gott uns so nahe kommen will, wie es nur geht. Jesus ist eben kein Engelchen, sondern ganz ein Mensch. Und er kommt weiterhin zu uns, ist weiterhin bei uns, wie es in einem viel schöneren Weihnachtslied heißt: “Alle Jahre wieder kommt das Christuskind....., steht auch mir zur Seite, still und unerkannt, dass es treu mich leite, an der lieben Hand.“, darauf macht uns die Adventszeit aufmerksam. Und wir Christen glauben auch, dass er noch einmal ganz in diese Welt kommen wird. Am Ende aller Tage, als der Herr über diese Welt, als ihr Retter, wie es bei Matthäus heißt. Wir sollten dankbar sein, dass Gott Mensch wurde. Wir sollten dankbar sein, dass er auch weiterhin an unserer Seite ist, als Weggefährte, als Ratgeber, als einer, der uns leitet. Und wir sollten uns darauf vorbereiten, dass das, was wir kennen, noch nicht alles ist, dass Jesus Christus als Herr und König wiederkehrt. Indem wir auf ihn hören, indem wir in unserem Leben seine „liebe Hand“ greifen, damit wir gerettet werden. Nicht, indem wir ihn zu einem niedlichen Gabenlieferanten machen, nicht, indem wir das Fest des Weihnachtsmannes feiern.
Einen gesegneten Advent wünscht Ihnen
Ihre Pastorin Susanne Jürgens


Jahreslosung 2023:

Du bist ein Gott,

der mich sieht.

(Genesis 16,13 )