Grußwort

„Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon wieder da? Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar.“ So kalauerte vor Jahren der Entertainer Jürgen von der Lippe. Das anspruchslose Liedchen traf den Nerv des Publikums und wurde zu einem regelrechten Kassenschlager. Und das lag wohl gleichermaßen an der humorvollen Darbietung des Liedes durch den Interpreten als auch an der Thematik, mit der sich fast jeder sogleich identifizieren konnte. „Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon wieder da?“ Wer kennt das nicht, dass einem schon beim morgendlichen Aufwachen eine Menge Gedanken und Sorgen durch den Kopf schwirren? Wie schön wäre es doch, mal alle Sorgen los zu sein!

Die Werbeindustrie macht sich diese Sehnsucht zunutze. Zum Beispiel: „Vodafone Red. Sorgenfreiheit inklusive.“ Oder: „Vergessen Sie Ihre Sorgen! Gothaer Versicherung.“ Ergänzend zu solchen Sprüchen sieht man in der Fernsehwerbung immer gut gelaunte, sorglose Menschen, die in die Kamera lachen. Als wenn tatsächlich der Vertrag mit einem Telefon-anbieter oder einer Versicherung ein sorgen-freies Leben garantieren könnte!
 
Das Neue Testament empfiehlt einen anderen Weg, mit seinen Sorgen umzugehen.
Im 1. Petrusbrief (5,7) steht die Einladung: „Alle eure Sorge werft auf Gott; denn er sorgt für euch.“ Das ist kein Vorschlag zur Passivität nach dem Motto: „Lasst den lieben Gott mal machen; der Papa wird’s schon richten.“ Das ist vielmehr ein Appell an uns, inmitten der alltäglichen Probleme und Sorgen auf Gott zu vertrauen. Sorgen gehören zum Leben dazu, finde ich. Manchmal sind sie sogar notwendig, um bestimmte Probleme genau zu fixieren und zu lösen. Aber sie dürfen mich nicht erdrücken. Darum ist es gut, wenn ich eine Adresse habe, an die ich mich mit meinen Sorgen wenden kann.


 Wie der Himmel ist, davon hat Jesus uns in Gleichnissen erzählt. Manche sind ganz kurz. So sagt Jesus „Das Himmelreich gleicht einem winzigen Senfkorn, das wächst und wächst, wenn es ausgesät wurde.“ Etwas, das ganz klein schon mitten unter den Menschen anfängt…ist so vielleicht der Himmel?!

In der Bibel bei Matthäus im 20. Kapitel steht: „Das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen.“ Jesus spricht dort von einem Hausherren, der Arbeiter für seinen Weinberg  braucht. Er geht früh am Morgen los und stellt die kräftigsten Männer ein, die er finden kann.

Wenn ich bete, liebe Leserinnen und Leser, bin ich nicht alle Sorgen sofort los. Aber ich werde ein wenig ruhiger und gelassener. Martin Luther hat es mal so auf den Punkt gebracht: „An Christus glauben, das ist die Kunst, dass wir aus dem Haus heraus in die Sonne gehen. Die Sonne lässt er scheinen, aber aus dem Haus gehen, das müssen wir schon selber tun.“ Solange wir im Haus bleiben und nur um uns selbst kreisen, ist uns nicht zu helfen. Aber sobald wir mit Gott rechnen und ins Licht der Sonne treten, sieht die Welt gleich ein wenig heller und freundlicher aus. Vielleicht tun sich sogar Blickwinkel auf, die vorher noch nicht da waren.
 
„Alle eure Sorgen werft auf Gott, denn er sorgt für euch.“ Dieser Ratschlag aus dem 1. Petrus-brief ist wirklich eine gute Empfehlung. Meiner Ansicht nach jedenfalls viel hilfreicher als jeder Versicherungsvertrag.

In diesem Sinne – bleiben Sie behütet!

Ihre/Eure Peggy Rotter


                  

Jahreslosung 2018:

Gott spricht:

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst

Offenb. d. Johannes 21,6