1898-1899

Erste Eintragungen 1898

 

Einem landesherrlichen Erlasse Sr. Hoheit, des Herzog-Regenten Albrecht von Mecklenburg-Schwerin als Vormund seines Neffen, des Großherzogs Friedrich Franz IV. folgeleistend ist im Jahre des Heiles 1898 auch für die Gemeinde Lambrechtshagen (Präpositur Doberan, Diezöse Doberan) eine Gemeinde Chronik angelegt worden, damit darin alle wichtigeren Begebenheiten und Veränderungen der Gemeinde verzeichnet würden. ( )

[3] Sämmtliche Bewohner der eingepfarrten Ortschaften - Dorf Lambrechtshagen  (93 Erwachsene) mit Mönkweden (4 Erwachsene) und Vorweden (25 Erwachsene), Hof Lambrechtshagen (56 Erwachsene), Dorf Sievershagen (166 Erwachsene), Dorf Bargeshagen (166 Erwachsene) - gehören dem evangelisch-lutherischen Bekenntnisse an. Die Pfarre wird verwaltet von dem Pfarrer L. Voß ( )

[4] Die Erbpächter der Gemeinde und Hof Lambrechtshagen [5] haben in der Kirche ihren besonderen Sitz und auf dem Kirchhofe ihre bestimmten Begräbnißplätze. Alle übrigen Eingepfarrten wie auch der Erbpachtbesitzer zu Vorweden und der Erbmüller zu Sievershagen, müssen sich in der Kirche, so wird bei dem sehr beschränkten Raume in derselben Sitze vorhanden sind, Plätze mieten, oder schon wo sie Platz finden, ihre Leichen auf dem Gebiete der Freigräber bestatten, es sei denn, daß sie sich ein Erbbegräbniß kaufen ( )

Der Bau der hiesigen Kirche ist alt und sehr fest, ( ) einschiffig, gewölbt, mit einem spitzen Thurm, der 2 Glocken trägt, versehen. Der Raum in der Kirche ist für die Gemeinde und den erfreulichen Kirchenbesuch zu eng, das Gestühl gräßlich und baufällig. Altarschmuck und vasa sacra sind ziemlich neu und vorzüglich. Renovation und Durchbau der Kirche ist sehr notwendig und von der Baubehörde seit 1872 in baldige Aussicht [6] gestellt. Eine Orgel besitzt die Kirche nicht, doch ist ein Kapital zur Auflassung derselben von Herrn Rentier Fischer - Rostock verheißen. Der kirchliche Sinn der Gemeinde ist sehr erfreulich ( ) Gott der Herr gebe, daß die Gemeinde Lambrechtshagen beständig bleibe in ihrer Liebe und Treue zu Gottes Wort Sacrament und ihren Namen ziere durch gottseligen Wandel.


[7] Im Jahre 1898 kaufte der Herr Rentier F.G. Fischer zu Rostock, jüngster Sohn des ehem. Pastors Fischer hierselbst, auf dem hiesigen Kirchhofe für 60 M einen Platz für 2 Gräber zu einem Erbbegräbnisse sich und seine Ehefrau, und ließ im Frühling 1899 diesen Platz durch ein hübsches Eisengitter einfriedigen. ( ) Im Sommer 1899 wurde von demselben Herrn Fischer der hiesigen Kirche ein Legat von 3000 M gestiftet, mit der Bestimmung, daß nach seinem und seiner Ehefrau Ableben von den Zinsen (3 1/2 %) dieses Kapitals die Gräber und Grabdenkmäler seiner Familie auf hiesigem Kirchhofe in gutem Zustand bis 1999 erhalten werden sollten. Der bleibende Überfluß von den Zinsen solle durch den Pastor hierselbst an Arme der hiesigen Gemeinde verteilt werden.Gleichzeitig wurde von Herrn Fischer ein zweites Kapital von 3000 M der hiesigen Kirche übergeben mit der Bestimmung, daß dafür seiner Zeit hier eine Orgel gebaut werde. Etwaiger Überfluß soll zur Anlage [8] einer Kirchenheizung genommen werden.

Jahreslosung 2017:

Gott spricht:

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Hesekiel 36,26